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LUSALA

Als Kind wurde Lusala von einer wohlhabenden Familie adoptiert. Mit dem Umzug in seine eigene Wohnung und der neuen Selbständigkeit als Mechaniker beginnt für ihn ein neuer Lebensabschnitt. Doch anstatt als junger Erwachsener Zukunftspläne zu schmieden, muss sich Lusala seinem Innenleben stellen. Zunehmend wird er von traumatischen Erinnerungen an Gewalterfahrungen in seiner Kindheit eingeholt. Die Fragilität und Zerrissenheit Lusalas lässt das Storytelling zwischen dem Austragen innerer Kämpfe und der Auseinandersetzung mit den Geistern der Vergangenheit oszillieren. In seinem Regiedebüt berührt Mugambi Nthiga die emotionalen Tiefen einer Metropole. LUSALA erzählt von patriarchalen Gewaltstrukturen, klassenqueren Familiengefügen, Konstruktionen von Männlichkeit und der Verletzlichkeit im Erwachsenwerden.

VICTORIA

In der Wüste Südkaliforniens liegt California City, eine in den 1950er Jahren geplante Stadt, die Los Angeles Konkurrenz machen sollte. Nur in den Sand gezogene Straßenzüge, verblasste Straßenschilder und einige wenige Siedlungen erinnern an die Mega-City, die bis heute nicht fertiggestellt wurde. Vor dieser abstrakten Kulisse lernen wir Lashay kennen, der seine turbulente Vergangenheit in L. A. hinter sich gelassen hat, um mit seiner Familie einen Neuanfang zu wagen. Über den Zeitraum von zwei Jahren begleiten wir das Suchen, Ankommen und Orientieren in dieser immensen Planstadt mitten in der Wüste. Virtuelle Stadtansichten, Handyvideos und dokumentarische Bilder lassen hoffnungsvolle Lebensrealität und gescheiterte Stadtimagination in einem gespaltenen Land aufeinandertreffen und geben Einblick in das Leben der wenigen Bewohner_innen einer geisterhaft leeren Stadt.

A FEBRE

Justino arbeitet im Sicherheitsdienst im Hafen Manaus, seine Tochter Vanessa ist entschlossen, ein Medizinstudium zu absolvieren. In der urbanen Amazonasregion scheint der Erinnerungskosmos Justinos als Desana-Indigenous längst verblasst zu sein, bis er von einem un­erklärlichen Fieber und Traumzuständen heimgesucht wird. Auf seinem nächtlichen Heimweg durch die Stadt in das abgelegene Zuhause begegnet er einem geheimnisvollen Raubtier, dessen vage Erscheinungsform Zwischenwelten von Realem und Imaginiertem öffnet. Mit ihrem einfühlsamen und spannungsgeladenen Spielfilmdebüt schafft Maya Da-Rin großes Erzählkino. A FEBRE erzählt von zurückgelassener Vergangenheit und spiritueller Kraft als poetische Wegbegleiterin. Tiefgründige Bildkomposition und durchdachtes Sound Design verknüpfen Traum, Krankheit und die Komplexität von harter Arbeitsrealität und prekärem Gesundheitssystem.