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Q’S BARBERSHOP

Tagtäglich öffnet Quasim seinen mit grünen Pflanzen, roten Wänden und Ventilator ausgestatteten Barbershop im Erdgeschoß eines Gemeindebaus im dänischen Vollsmose. Seine zufriedenen Kunden erhalten hier frische fades und finishing touches. Während Q mit ruhiger Hand klare Linien schneidet, gibt er auch Raum für Eitelkeiten, zeigt Empathie für Ridwans Elefantentränen beim Haare auskämmen, hat ein offenes Ohr für den unglücklich verliebten Elias und für Fuads gewiefte Pläne, Dänemarks erster Außenminister zu werden, sowie für den jungen Yonis, der in den Ferien lieber nicht nach Hargeysa fahren will, aus Angst, dass er von einer Ziege im Schlafzimmer geweckt wird.

SKATE KITCHEN

Camille lebt auf Long Island, einsam dreht sie ihre Runden im kleinen Skatepark um die Ecke, bis sie sich gegen den Willen ihrer alleinerziehenden Mutter der Skate Kitchen anschließt und mit der exzentrischen Mädchengang aus Manhattan durch den Großstadtdschungel von New York cruist. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, lernt Camille wahre Freund_innenschaft kennen. Crystal Moselle’s Spielfilmdebüt basiert auf dem Instagram Feed der realen Skate Kitchen. In lichtdurchfluteten Bildern, ständig in Bewegung, zeigt sie fluide und feministische Identitätskonstruktionen, Freiheit, Zusammenhalt und die Bedeutung von Gemeinschaft im Erwachsenwerden.

TRANSNISTRA

Freund_innenschaft in einem schier endlosen Sommer, ständig beisammen, ständig draußen, ständig unterwegs. Seinen jugendlichen Protagonist_innen ist die Kamera in Anna Eborns Dokumentarfilm ein streunender Begleiter. Die Jugendlichen eignen sich Räume an, spielen, denken, leben und lieben von Tag zu Tag. Die betonte Körperlichkeit der Gruppe übersetzt sich in wunderbare warme, lichtdurchflutete Filmbilder und fast nebenbei wird der durchaus nicht immer einfache Alltag einzelner Familien dieser Kleinstadt in Transnistrien miterzählt. Eine berührende Geschichte über das Erwachsenwerden, die an einen spezifischen Ort gebunden ist und dennoch fast überall stattfinden könnte.

阿莉芙, Ā LÌ FÚ

Alifu hat sich in Taipeh, weit entfernt vom ländlichen Geburtsort, ein neues Leben aufgebaut. Die queere Wahlfamilie in der Hauptstadt gibt Liebe, Halt und Perspektiven. Alifus Vater wünscht sich, dass Alifu seine Nachfolge als Chief der Paiwan antritt, aber mit Alifus Lebensrealität lässt sich dieser Wunsch scheinbar schwer vereinbaren. Ein warmherziges Drama, basierend auf einer wahren Begebenheit, das Geschichten aus der Gemeinschaft um Alifu zu einer universellen Erzählung über Liebe und Anerkennung, Freund_innenschaft und Familie, Krankheit und Tod verwebt. Ein Film der mal in stillen Tönen und mal so zuckerlbunt-überbordend wie eine taiwanische Soap Opera berührt.

FLATLAND

Ein Pferd, eine Pistole und zwei uns völlig in den Bann ziehende Charaktere, die sich ihren Weg durch weite Landstriche Südafrikas bahnen: die junge Natalie, frisch verheiratet, die in ihrer verheerenden Hochzeitsnacht jedoch sogleich wieder Reißaus nimmt, und die Kriminalpolizistin Beauty Cuba, die stets den Riecher für die richtige Fährte hat und niemals locker lässt. Jenna Cato Bass’ dritter Spielfilm ist eine subversive Hommage an das Western-Genre: Atemberaubend in der Bildgestaltung, feministisch in der Themensetzung, kompromisslos in seinen Figuren, die jedoch voller Widersprüche und Ambivalenzen stecken. In FLATLAND werden Waffen in unvermuteten Momenten gezückt, der Film zeichnet sich außerdem durch eine lustvolle Nahverwandtschaft zu triefenden Telenovelas aus.