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SKATE KITCHEN

Camille lebt auf Long Island, einsam dreht sie ihre Runden im kleinen Skatepark um die Ecke, bis sie sich gegen den Willen ihrer alleinerziehenden Mutter der Skate Kitchen anschließt und mit der exzentrischen Mädchengang aus Manhattan durch den Großstadtdschungel von New York cruist. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, lernt Camille wahre Freund_innenschaft kennen. Crystal Moselle’s Spielfilmdebüt basiert auf dem Instagram Feed der realen Skate Kitchen. In lichtdurchfluteten Bildern, ständig in Bewegung, zeigt sie fluide und feministische Identitätskonstruktionen, Freiheit, Zusammenhalt und die Bedeutung von Gemeinschaft im Erwachsenwerden.

SOFIA

Ein gewöhnliches Abendessen bei einer wohlhabenden Familie in Casablanca. Sofia fühlt sich unwohl, hat Bauchschmerzen und alsbald erkennt ihre Cousine den Blasensprung – 24 Stunden hat Sofia nun Zeit, einen Vater für das unerwartete Neugeborene zu bestimmen, um den strafrechtlichen Konsequenzen unehelich gelebter Sexualität zu entkommen. SOFIA ist ein packend in Szene gesetztes Drama: Verdrängte Schwangerschaft trifft auf Klassenfrage, Überrollt werden trifft auf Wunsch nach Liebe, un/gelebte Sexualität trifft auf Gesellschaftskritik, elterliche Erwartungshaltung trifft auf stille, jedoch entschlossene Rebellion der beeindruckenden Protagonistin. Am Ende nimmt Sofias Streben nach Selbstschutz eine gänzlich unerwartete Wendung.

TRANSNISTRA

Freund_innenschaft in einem schier endlosen Sommer, ständig beisammen, ständig draußen, ständig unterwegs. Seinen jugendlichen Protagonist_innen ist die Kamera in Anna Eborns Dokumentarfilm ein streunender Begleiter. Die Jugendlichen eignen sich Räume an, spielen, denken, leben und lieben von Tag zu Tag. Die betonte Körperlichkeit der Gruppe übersetzt sich in wunderbare warme, lichtdurchflutete Filmbilder und fast nebenbei wird der durchaus nicht immer einfache Alltag einzelner Familien dieser Kleinstadt in Transnistrien miterzählt. Eine berührende Geschichte über das Erwachsenwerden, die an einen spezifischen Ort gebunden ist und dennoch fast überall stattfinden könnte.

MID90S

Los Angeles in den 1990er Jahren: Der 13-jährige Stevie wächst in herausfordernden Familienverhältnissen auf, in einer Zeit, in der Skateboarden sportliche Konventionen sprengt und man mit Mixtapes beeindrucken kann. Durch die Jungs aus dem Skateshop eröffnet sich ihm eine völlig neue Welt. Aber wie spricht man seine Idole an? Und wie erwirbt man ihren Respekt? Gedreht auf 16-mm-Film, mit einem Soundtrack von den Pixies über Morrissey bis zum Wu-Tang-Clan und Originalmusik von Trent Reznor und Atticus Ross, ist Jonah Hill, den man bisher nur vor der Kamera kannte, mit seinem Regiedebüt ein sensibles Jugenddrama gelungen, das durchdrungen ist von popkulturellen Referenzen.

FLATLAND

Ein Pferd, eine Pistole und zwei uns völlig in den Bann ziehende Charaktere, die sich ihren Weg durch weite Landstriche Südafrikas bahnen: die junge Natalie, frisch verheiratet, die in ihrer verheerenden Hochzeitsnacht jedoch sogleich wieder Reißaus nimmt, und die Kriminalpolizistin Beauty Cuba, die stets den Riecher für die richtige Fährte hat und niemals locker lässt. Jenna Cato Bass’ dritter Spielfilm ist eine subversive Hommage an das Western-Genre: Atemberaubend in der Bildgestaltung, feministisch in der Themensetzung, kompromisslos in seinen Figuren, die jedoch voller Widersprüche und Ambivalenzen stecken. In FLATLAND werden Waffen in unvermuteten Momenten gezückt, der Film zeichnet sich außerdem durch eine lustvolle Nahverwandtschaft zu triefenden Telenovelas aus.