Montag, 4. Oktober 2021
22:00 Uhr

OVERLOAD [EJECT]

Kurzfilmprogramm [46 min] & Talk
aus der Reihe Kaleidoskop. Fragmente. Im Kino.

LE STUDIO Film und Bühne
Liechtensteinstraße 37, 1090 Wien
Straßenbahn D & Autobus 40A
(Haltestelle »Bauernfeldplatz«)
ᐅ anzeigen in Stadtplan Wien
ᐅ lestudio.at

Eintritt frei!
Keine Reservierung erforderlich.
COVID-19-Präventionsmaßnahmen: Registrierung beim Eingang, gültiger 3-G-Nachweis und Mund-Nasen-Schutz erforderlich.

OmeU – Filme in Originalfassungen mit englischen Untertiteln
OV – Films in original version with English subtitles

OVERLOAD [EJECT] setzt sich zum Ziel, Chaos und an die Oberfläche dringende Krisen in ihrer Nachhaltigkeit zu untersuchen, und unternimmt den Versuch, krisenhafte planetarische Zustände in unterschiedlichen Räumen in ihrer Vielschichtigkeit kollektiv zu begreifen.

Eine Riesin in städtischen Straßen orchestriert die Intensität von Gefühlen in S.O.S. EXTRATERRESTRIA, ein Sammelsurium nächtlicher Leuchtreklamen in Blue Ladies ist Zeitdokument der kaleidoskopischen Bandbreite von Lichtquellen und Farbqualitäten. Als Reaktion auf Dating-Apps, Körperpolitiken und die Angst vor der Sonne zeigt der explosive radioaktive Beachparty-Film Bikini eine Welt, in der selbst Träumende keine Pause erhaschen können, geschweige denn eine Welle. All Inclusive illustriert, was auf einer Kreuzfahrt von Fitness auf dem Sonnendeck, Schönheitswettbewerb und Polonaise durch den Speisesaal bleibt: Unmengen von digitalen Erinnerungsbildern und eine Abgaswolke am Horizont. Prater ist sensorische, optische, haptische und akustische Zeitreise in das laute, schrille und absurde Geschehen des Wiener Wurstelpraters in den 1920er Jahren. Die Zeitkapsel der durch den Ibiza-Skandal ausgelösten Proteste wird in selbigen Farbtönen in Türkis – Blau (Straßensicht) demonstriert. Gleichzeitigkeit und Überfülle von Inhalten und Realitäten kommen zum Ausdruck, die mit Gefühlen der Überforderung, Zukunftsängsten und kollektiven Traumata einhergehen.

S.O.S. EXTRATERRESTRIA
Mara Mattuschka, 1993, 10 min


An alien giantess in the streets of a city, crazy, destructive, copulating with the Eiffel Tower. The orchestration of intense feelings, the melodrama, descends into infantile noises and absurd costumes (…). And the cinema of war and disaster looks on with open mouth, until the end when a toy city, which would love to be real, is swiftly destroyed. (Stefan Grissemann)

Eine Godzilla-Imitatorin auf dem Weg zu sich selbst: die außerirdische Riesin in den Straßen einer Großstadt, Unsinn stiftend, Vernichtung produzierend, mit dem Eiffelturm kopulierend. Das Orchester der großen Gefühle, das Melodram, diffamiert in infanilen Lauten und absurder Kostümierung, in Make-up-Persiflage und bizarren Body-Art-Performances. (…) Und das Kriegs- und Katastrophenkino schaut zu, mit offenem Maul, bis am Ende eine Spielzeugstadt, die gerne eine richtige wäre, lakonisch einstürzt. (Stefan Grissemann)

Blue Ladies
Franz Mulec, 1972, 1 min (Exzerpt)


Neon signs at night in divergent colors and light settings. A conglomeration of cross-fades, zoom-ins and both horizontal and vertical speed levels form a contemporary document of a city in its kaleidoscopic spectrum of urban advertising labels, shopping malls, hair salons, streetlights, bars and clubs. From the collection of the Austrian Film Museum.

Nächtliche Leuchtreklamen unterschiedlicher Farbqualität und Lichquellen. Ein Sammelsurium aus Überblendungen, Zoom-Ins und horizontaler sowie vertikaler Geschwindigkeitsstufen bilden ein Zeitdokument aus der kaleidoskopischen Bandbreite städtischer Reklameaufschriften, Kaufhäusern, Frisursalons, Bars und Clubs. Aus der Sammlung des Österreichischen Filmmuseums.

Bikini
Daniel McIntyre, 2015, 7:18 min


Bikini is an atomic beach party film – a reaction to dating apps, body issues, and a fear of the sun. It’s a world where even the dreamer can’t catch a break, let alone a wave. Men keep rolling in like they’re on a conveyor belt, bombs keep dropping, and all we can do is keep on surfing. Bikini is about letting the waves wash over you. It’s about wanting it easy and wanting it free. It’s about making your life count for something besides the next big wave. (Daniel McIntyre)

Bikini ist ein explosiver, radioaktiver Beachparty-Film – eine Reaktion auf Dating-Apps, Körperpolitiken und die Angst vor der Sonne. Er zeigt eine Welt, in der selbst Träumer_innen keine Pause erhaschen können, geschweige denn eine Welle. Männer rollen herein wie auf dem Fließband, Bomben fallen vom Himmel, und alles, was wir tun können, ist weiter zu surfen. Es geht darum sich von den Wellen umspülen zu lassen, das Leben leicht zu nehmen, frei zu sein und darum, dass es im Leben um mehr geht, als nur die nächste große Welle zu jagen. (Daniel McIntyre)

All Inclusive
Corina Schwingruber Ilić, 2018, 10:02 min


A workout on the sun deck, a conga line in the dining hall, a photo shoot with the captain, or a beauty contest for all ages: fun around-the-clock is guaranteed on a cruise, while you float along with your hotel room. The sea-faring holiday fortresses have come into vogue and business is booming. In the towering ship’s wake, we are left behind with a hoard of digital memories and a cloud of exhaust fumes on the horizon.

Fitness auf dem Sonnendeck, eine Polonaise durch den Speisesaal, der Fototermin mit dem Kapitän oder ein Schönheitswettbewerb für jung und alt. Das alles und viel mehr bietet eine Kreuzfahrt. Für Spaß ist rund um die Uhr gesorgt und das eigene Hotelzimmer schwimmt mit. Das Geschäft boomt, Vergnügungsferien auf hoher See liegen im Trend. Was am Ende bleibt, sind Unmengen von digitalen Erinnerungsbilder und die Abgaswolke am Horizont.

Prater
Friedrich Kuplent, 1929, 13 min


The film Prater takes us on a time travel into the hustle and bustle of Vienna’s Wurstelprater in the 1920s. Avant-garde amateur filmmaker Friedrich Kuplent shares the sensory, optical, acoustic and haptic dimensions of his experience visiting Prater. Animated elements, overlapping images, experimenting with film and movement, light and exposure take us right into the middle of the overload of sounds and visuals of the fairground. From the collection of the Austrian Film Museum.

Der Film Prater nimmt uns mit auf eine Zeitreise in das Treiben des Wiener Wurstelpraters in den 1920er Jahren. Der avantgardistische Amateurfilmemacher Friedrich Kuplent lässt uns an den sensorischen, optischen, akustischen und haptischen Dimensionen seiner Erfahrung eines Pratersbesuchs teilhaben. Trickfilmelemente, Bildüberlappungen, das Experimentieren mit Material und Bewegung, Licht und Belichtung bringen uns mitten ins Geschehen des Lauten, Schrillen, Komischen und Absurden. Aus der Sammlung des Österreichischen Filmmuseums.

Türkis – Blau (Straßensicht)
Stefanie Weberhofer, 2017-2019, 4:36 min


Turquoise-Blue is the warmest color? Well, if you’re demonstrating against Austria’s recent coalition government comprising parties associated with those hues, it’s positively incendiary. Captured on 8mm film with a bygone look which recalls Vienna’s demos of previous decades, this compact time-capsule of Ibiza-gate era political protest concludes, aptly and rousingly, with the Vengaboys! (Neil Young)

Türkis-Blau ist eine warme Farbe? Nun, wenn man gerade gegen Österreichs Koalitionsregierung aus Parteien selbiger Farbtöne demonstriert, ist sie regelrechter Zündstoff! Auf 8mm-Film gebannt und im altmodischen, an Wiener Demos vergangener Jahrzehnte erinnernden Look, endet diese kompakte Zeitkapsel der Proteste um Ibizagate sehr passend – mit den Vengaboys! (Neil Young)