12. Juli 2020

INSIGHT [FAST FORWARD]

DONT KNOW WHAT
Thomas Renoldner, 2019, 8:18 min


A man gazes into the camera, breaths, speaks, and blinks. In playfully formal austerity, through a single shot, filmmaker, artist and curator Thomas Renoldner explores the borders of the cinematic genre and experiments with the film medium in both a hypnotic and humorous way. Real film becomes stop-motion, language a hammering noise staccato. The film draws comical and intellectual potential from the transformation of organic movements and sounds into mechanical ones—from the dissolution of the world into abstraction and rhythm.


www.thomasrenoldner.at

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Staff Pick Premiere: DONT KNOW WHAT by Thomas Renoldner

Ian Durkin, Vimeo, 29. April 2020


»I call what I’m doing ‘slapstick avant-garde film’, which comes from the fact that I am bored by classical avant-garde film and therefore try to combine that film genre with the opposite of it: entertainment cinema.«

On the occasion of the online premiere of Thomas Renoldner’s DONT KNOW WHAT Ian Durkin talked to the filmmaker about

□ being the subject of your own films
□ being a curator and a filmmaker
□ the importance of this film
□ developing a unique editing style
□ taking risks
□ making work that feels essential.

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Zwei Fragen an Thomas Renoldner von Lisa Mai (CineCollective):

(1) Du bist sehr großzügig damit, deine Arbeiten im Internet frei zugänglich zu machen. Welche Erfahrungen ermöglicht dir die Veröffentlichung deiner Filme im digitalen Raum?

Grundsätzlich ist auch dieser Film fürs Kino gemacht, das ist der Ort, wo diese Performance am besten funktioniert. Ich war jedes Mal aufgeregt und erfreut, diesen Dialog zwischen mir auf der Leinwand und dem Kinopublikum bei einer Reihe von Festival-Screenings – noch vor Corona – genussvoll mitzuerleben.

Die Veröffentlichung im digitalen Raum erfolgte später, auf Einladung der Kurator_innen bei Vimeo, die sich die Online-Premiere gewünscht haben. Dadurch entstehen weitere Kettenreaktionen, was Einladungen betrifft, und ich freue mich wahnsinnig über jede positive Reaktion. Mit Menschen aus der ganzen Welt, die ich sonst nicht erreicht hätte, entstehen neue Kontakte und interessante Gespräche.

(2) DONT KNOW WHAT hat innerhalb weniger Tage auf Vimeo eine unglaubliche Resonanz erfahren, mit bis dato mehr als 138.000 Views. Auf Facebook hast du die Veröffentlichung begleitet und deine Freude, aber auch dein Erstaunen darüber war deinen Kommentaren abzulesen. Wie erklärst du dir die überaus positive Resonanz?

Ich habe viel darüber nachgedacht, weil ich wirklich überrascht war vom überwältigenden Erfolg, zumal der Film in Österreich keinen Vertrieb finden konnte. Und ich habe zwei Antworten gefunden.

Zum ersten war der Film für mich von eminenter »biografischer« Wichtigkeit: Er ist – unter anderem – Ausdruck der riesigen Freude, nach überstandener Krankheit wieder meine Stimme verwenden, meinen Körper bewegen zu können. Wer genau hinsieht und hinhört, spürt noch den Schmerz, der hier überwunden wird. Und ich denke, die Energie, die ich im Zuge des 3-jährigen Herstellungsprozesses in diesem Film gesteckt habe, springt jetzt über auf das Publikum, auch wenn ich meinen privaten Hintergrund (bislang) nicht miterzählt habe.

Meine zweite Antwort: Wir brauchen alle das Lachen, weil es uns Kraft gibt. Entertainment als positive Energie!