28. Juni 2020

ON HOLD [PAUSE]

hier gibt es nichts zu sehen.

Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.
Ein Satz der das Offensichtliche negiert. Polizeigewalt, Kontrollen, Eskalationen und Ausbrüche aus der Norm.
Ein Verweis auf Zensur, auf das Unsichtbarmachen. Auf das Unsichtbarmachen von Subjekten, von (Lebens)realitäten, von künstlerischen Positionen.
Ein Verweis auf die Annahme, dass links und rechts, unter und über dem Kanon nichts ist. Dass über die erfasste, verwaltete, normierte Realität hinaus nichts ist. Zumindest so lange nicht bis der normgeschulte Blick aus nichts etwas macht. Negiert werden selbstbestimmte Realitäten, Positionen und Subjekte die sich der Einordnung durch die Mehrheitgesellschaft, einem Kanon verwehren. Die Strategie der Undurchsichtigkeit dem Unsichtbarmachen gegenüberstellen.


hier gibt es nichts zu sehen.

Ein Satz der das Offensichtliche negiert.
Kein Freiluftkino. Kein Filmfest. Aber Kino. Filme und Filmschaffen. Filmische Arbeiten die sich auf den ersten Blick verwehren. Übersetzungsprozesse die scheitern – Leinwand auf Wand auf Screen – Größenordnungen die sich verschieben. Bewegtbild verlangt eine Annäherung, das Close Up Distanzierung, im ersten Moment, Überforderung.


hier gibt es nichts zu sehen.

Wochenlang waren kollektives Zusammenkommen, Körperlichkeit on hold. An vielen Orten ist dem nach wie vor so. Der momentane Zustand von gesellschaftlichem Leben, von Annäherung, ist fragil.